Abyssal Soul ist ein mobiles Roguelike-Karten-RPG von ChillyRoom, dem Studio hinter Soul Knight und Otherworld Legends. Das 2026 für Mobilgeräte veröffentlichte Spiel verbindet rundenbasierte Kämpfe, Deckbuilding und langfristige Charakterentwicklung in einer düsteren Fantasy-Welt. Eine der wichtigsten Besonderheiten liegt in einem einfachen, aber ungewöhnlichen Prinzip: Das Ausspielen einer Karte kann mehrere nachfolgende Karten opfern, sodass die Reihenfolge der Hand ebenso wichtig wird wie die einzelnen Karten selbst. Jeder Durchlauf, der als Ritual bezeichnet wird, beginnt mit der Wahl eines Charakters und umfasst die Planung einer Route, das Sammeln neuer Karten und Verbesserungen sowie Kämpfe gegen zunehmend gefährliche Anomalien. Die Charakterentwicklung setzt sich über einzelne Durchläufe hinweg durch dauerhafte Fortschrittssysteme fort. Mit dem Season-2-Update im September 2026 wurde das Spiel außerdem um die neue Klasse Dancer und vier weitere Charaktere erweitert. Dadurch entsteht ein RPG, in dem taktische Entscheidungen wichtiger sind als schnelle Reaktionen, während die grundlegenden Regeln auch für Spieler verständlich bleiben, die wenig Erfahrung mit Deckbuilding-Spielen haben.
Die Kämpfe in Abyssal Soul laufen rundenbasiert ab und basieren auf einem System, das ChillyRoom als sequenzielle Kartenkämpfe beschreibt. Viele Karten-RPGs verwenden Mana, Aktionspunkte oder eine andere Ressource, die festlegt, wie viele Fähigkeiten innerhalb eines Zuges eingesetzt werden können. Abyssal Soul geht mit den Kosten einer Aktion anders um. Beim Ausspielen einer Karte können mehrere Karten geopfert werden, die sich unmittelbar hinter ihr in der aktuellen Reihenfolge befinden. Damit wird ein Teil der Hand selbst zu einer Ressource. Eine starke Karte kann ein unmittelbares Problem lösen, gleichzeitig jedoch andere Optionen entfernen, die später in derselben Sequenz hilfreich gewesen wären. Die Position jeder Karte ist deshalb bereits zu Beginn eines Zuges relevant. Spieler entscheiden nicht einfach, welcher Angriff den höchsten Schaden verursacht, sondern müssen berücksichtigen, welche Karten beim Einsatz verloren gehen und ob dieser Verlust den unmittelbaren Vorteil rechtfertigt.
Das System bleibt überschaubar, weil die geplanten Aktionen der Gegner im Voraus sichtbar sind. Vor einer eigenen Entscheidung können Spieler überprüfen, welche Karten oder Fähigkeiten ein Gegner als Nächstes einsetzen wird. Gleichzeitig gibt es keinen Echtzeitdruck, der eine sofortige Reaktion erzwingt. Bereitet ein Gegner einen besonders gefährlichen Angriff vor, lässt sich die aktuelle Hand gezielt auf diese Bedrohung abstimmen, statt sich auf schnelle Reflexe verlassen zu müssen. Ist die gegnerische Aktion weniger problematisch, kann der Zug stattdessen genutzt werden, um eine stärkere Kartenfolge für den weiteren Kampf vorzubereiten. Dadurch bestehen die Kämpfe aus einer Reihe kleiner taktischer Entscheidungen: Welche Karte ist im aktuellen Moment am wertvollsten, welche Karten können ohne große Nachteile geopfert werden und welche Aktion plant der Gegner als Nächstes? Die Regeln unterscheiden sich deutlich von vielen anderen Karten-RPGs, werden aber in ein klassisches rundenbasiertes System eingebettet, das ausreichend Zeit für die Planung bietet.
Das Deckbuilding fügt eine weitere strategische Ebene hinzu, ohne jeden Kampf in eine komplizierte Rechenaufgabe zu verwandeln. Die aktuelle Spielbeschreibung nennt mehr als 700 Karten sowie über 170 Auras, 50 Runes und 85 Amulets, wodurch während einzelner Durchläufe eine große Anzahl unterschiedlicher Kombinationen entstehen kann. Neue Spieler müssen diese Effekte jedoch nicht auswendig lernen. Während eines Rituals kommen neue Karten und unterstützende Verbesserungen schrittweise hinzu, sodass sich ein Build nach und nach entwickelt. Außerdem verfügen die einzelnen Klassen über eigene Kartenpools und Mechaniken, wodurch sich die Zahl der tatsächlich relevanten Möglichkeiten innerhalb eines bestimmten Durchlaufs deutlich reduziert. So erhält jeder Charakter einen erkennbaren Kampfstil, während gleichzeitig die für ein Roguelike typische Unvorhersehbarkeit erhalten bleibt. Zwei Rituale mit demselben Charakter können sich abhängig von der gewählten Route, den erhaltenen Belohnungen und den verfügbaren Karten völlig unterschiedlich entwickeln.
Durch die Opfermechanik erhält die Position gewöhnlicher Karten eine ungewöhnlich große Bedeutung. Angenommen, ein besonders starker Angriff setzt voraus, dass die unmittelbar dahinterliegenden Karten geopfert werden. Befinden sich dort weniger wichtige Karten, kann dieser Austausch sinnvoll sein. Liegt jedoch eine weitere entscheidende Fähigkeit an dieser Stelle, könnte sie entfernt werden, obwohl sie später im Zug dringend benötigt worden wäre. Dadurch entstehen relevante Entscheidungen bereits bevor überhaupt Schaden verursacht wird. Der Wert einer Karte hängt nicht ausschließlich von ihrem beschriebenen Effekt ab, sondern auch davon, wo sie innerhalb der aktuellen Reihenfolge liegt und welche Auswirkungen ihr Einsatz auf den Rest der Hand hat. Fortschritte im Kampfsystem entstehen daher vor allem dadurch, dass Spieler lernen, welche Karten aufgegeben werden können und welche unbedingt erhalten bleiben sollten. Trotz dieser taktischen Tiefe bleibt die zentrale Frage leicht verständlich: Welchen Vorteil bringt diese Aktion und welche Möglichkeiten gehen dafür verloren?
Die sichtbaren Absichten der Gegner machen diese Entscheidung planbarer. Da kommende Aktionen vor dem eigenen Zug überprüft werden können, lässt sich besser einschätzen, wann Verteidigung wichtiger ist als ein aggressiver Angriff und wann genügend Spielraum für die Vorbereitung einer stärkeren Kombination besteht. Ein schwieriger Gegner kann eine Kartenfolge bestrafen, bei der zu viele wichtige Karten frühzeitig verbraucht werden, während ein anderer Kampf genügend Zeit für komplexere Kombinationen lässt. Genau deshalb reicht es nicht aus, ausschließlich Karten mit starken Einzeleffekten zu sammeln. Ein zuverlässiges Deck benötigt Karten, die innerhalb der eigenen Sequenz miteinander funktionieren und sich nicht gegenseitig behindern. Spieler müssen deshalb jede neue Karte im Zusammenhang mit dem gesamten Build bewerten. Je mehr Belohnungen während eines Rituals hinzukommen, desto wichtiger wird diese Abstimmung.
Die 14 Schwierigkeitsstufen bieten eine langfristige Möglichkeit, dieses Verständnis auf die Probe zu stellen. Auf niedrigeren Stufen können Spieler zunächst mit den Charakteren und den verschiedenen Karteninteraktionen vertraut werden, während spätere Stufen effizientere Entscheidungen und stabilere Builds verlangen. Da das Kampfsystem nicht durch einen Aktions-Timer begrenzt wird, bedeutet ein höherer Schwierigkeitsgrad nicht automatisch, dass schnellere Hände oder bessere Reflexe erforderlich sind. Die Herausforderung entsteht vielmehr dadurch, dass die bereits verfügbaren Informationen besser genutzt werden müssen. Eine Niederlage kann häufig konkrete Schwächen sichtbar machen: Das Deck enthält möglicherweise zu viele miteinander konkurrierende Karten, eine entscheidende Karte wurde zum falschen Zeitpunkt geopfert oder der gewählte Build bietet keine zuverlässige Antwort auf ein bestimmtes Angriffsmuster. Wiederholte Durchläufe dienen dadurch nicht nur dazu, auf günstigere zufällige Belohnungen zu hoffen, sondern helfen dabei, das Kampfsystem tatsächlich besser zu verstehen.
Abyssal Soul verwendet Klassen, um die große Kartenauswahl übersichtlicher zu strukturieren. Frühere Versionen des Spiels basierten auf vier grundlegenden Klassengruppen: Warriors, Musicians, Wuxia-Kämpfern und Sorcerers. Jede dieser Gruppen besitzt eigene Kartenpools und Kampfmechaniken und ist damit mehr als nur eine optische Variante desselben Grundcharakters. Seit der Veröffentlichung wurde die Auswahl weiter ausgebaut. Season 2, die im September 2026 erschien, führte Dancer als zusätzliche Klasse mit eigenen Karten, Amulets und einem eigenen Fortschrittsbereich im Sanctuary ein. Diese Änderung ist wichtig, weil einige ältere Beschreibungen des Spiels noch von vier Klassen und insgesamt 17 Charakteren ausgehen. Die aktuelle Version geht bereits über diesen ursprünglichen Umfang hinaus. Das Dancer-Update zeigt außerdem, dass ChillyRoom die Klassen nicht als endgültig festgelegte Auswahl behandelt, sondern als einen Bereich des RPGs, der durch spätere Inhalte erweitert werden kann.
Die Charaktere bilden innerhalb dieser Klassen eine zweite Ebene der Individualisierung. ChillyRoom beschreibt die einzelnen Figuren mit eigenen Start-Builds, exklusiven Karten und Talentbäumen. Zwei Charaktere mit einem ähnlichen grundlegenden Kampfstil müssen einen Durchlauf daher nicht auf dieselbe Weise spielen. Die Wahl des Charakters beeinflusst sowohl die Anfangsphase eines Rituals als auch die Richtung, in die sich das Deck anschließend entwickeln kann. Die Startkarten bilden eine erste funktionierende Strategie, während spätere Belohnungen diesen Ansatz verstärken oder den Build in eine andere Richtung verändern können. Dadurch entsteht ein konkreter Grund, einzelne Charaktere zu lernen, anstatt die Auswahl nur als Sammlung verschiedener Designs zu betrachten. Gleichzeitig wird die Entwicklung übersichtlicher: Statt sofort jede denkbare Kartenkombination verstehen zu müssen, können Spieler zunächst lernen, wie der Start-Build und die besonderen Fähigkeiten eines Charakters mit dem allgemeinen Kartenpool zusammenarbeiten.
Das September-Update verdeutlicht diesen Ansatz besonders gut. Mit der Dancer-Klasse kamen vier neue Charaktere hinzu: Danseuse, Returner, Shadow und Dervish. Gleichzeitig wurden spezielle Dancer-Karten und Amulets eingeführt, statt die neuen Figuren einfach einer bereits bestehenden Klasse zuzuordnen. Dadurch erhält die neue Gruppe eine eigene mechanische Identität und erweitert die möglichen Builds, ohne dass bestehende Klassen einen nicht zu ihnen passenden Kartenpool übernehmen müssen. Für Spieler, die 2026 mit Abyssal Soul beginnen, bedeutet dies auch, dass ältere Guides oder Übersichten aus der Beta-Phase oder dem Veröffentlichungszeitraum nicht mehr zwangsläufig den vollständigen Charakterbestand darstellen. Sinnvoller ist es, Abyssal Soul als wachsendes klassenbasiertes RPG zu betrachten, bei dem eine Klasse die grundlegenden Regeln eines Builds vorgibt, während der gewählte Charakter dessen Ausgangspunkt und einige seiner besonderen Möglichkeiten bestimmt.
Roguelike-Systeme basieren normalerweise darauf, dass ein großer Teil der während eines Durchlaufs gesammelten Vorteile nach dessen Ende verloren geht. Abyssal Soul behält dieses Grundprinzip bei, bietet jedoch mehrere Möglichkeiten, dauerhafte Fortschritte mitzunehmen. ChillyRoom unterscheidet dabei im Wesentlichen zwischen Kartenverbesserungen und Charakterentwicklung. Charaktere werden über mehrere Rituale hinweg stärker, statt ausschließlich von den temporären Verbesserungen eines einzelnen Durchlaufs abhängig zu sein. Ihre Talentsysteme und individuellen Fortschrittsmöglichkeiten sorgen dafür, dass auch ein nicht erfolgreich abgeschlossenes Ritual einen langfristigen Nutzen haben kann. Die Trennung zwischen temporärem und dauerhaftem Fortschritt ist ein wichtiger Bestandteil der RPG-Elemente. Karten, Auras und andere Belohnungen bestimmen den aktuellen Build innerhalb eines Rituals, während die permanente Charakterentwicklung die Ausgangsbasis für spätere Versuche schrittweise verbessert.
Das Memento-System stellt eine direktere Verbindung zwischen zwei aufeinanderfolgenden Ritualen her. Statt nach einem Durchlauf sämtliche nützlichen Karten zu verlieren, ermöglicht Memento, eine besonders wertvolle Karte in das nächste Ritual mitzunehmen. Der typische Roguelike-Neustart verschwindet dadurch nicht, da der Großteil des Builds weiterhin neu aufgebaut werden muss. Eine erfolgreiche Komponente aus dem vorherigen Versuch kann jedoch erhalten bleiben. Die Wahl eines Mementos kann deshalb bereits die ersten Phasen des nächsten Durchlaufs beeinflussen. Eine Karte, die besonders gut mit den Grundmechaniken eines Charakters funktioniert hat, ist häufig sinnvoller als eine zwar starke Karte, die jedoch mehrere temporäre Verbesserungen benötigt, um ihr volles Potenzial zu erreichen. Praktisch sorgt das System dafür, dass gescheiterte Durchläufe weniger isoliert wirken: Ein nützlicher Bestandteil des vorherigen Builds kann als Ausgangspunkt für die nächste Strategie dienen.
Das Sanctuary bildet einen weiteren sichtbaren Bereich der langfristigen Klassenentwicklung. Mit Season 2 wurde dort eine Dancer-Statue mit 25 Stufen eingeführt, während gleichzeitig das Stufenlimit der bereits bestehenden Klassen erhöht wurde. Damit bestätigt ChillyRoom, dass die dauerhaften Fortschrittssysteme parallel zu neuen saisonalen Inhalten erweitert werden. Nicht jede einzelne Fortschrittsformel wird in der öffentlichen Spielbeschreibung dokumentiert, weshalb konkrete Upgrade-Werte besser als veränderbare Bestandteile einzelner Versionen betrachtet werden sollten und nicht als dauerhaft festgelegte Regeln. Die grundlegende Struktur bleibt jedoch klar: Innerhalb eines Rituals bestimmen temporäre Entscheidungen den jeweiligen Build, während Charaktere und Klassen über Entwicklungsmechaniken verfügen, die über mehrere Versuche hinweg relevant bleiben. Dadurch hängt der Fortschritt nicht vollständig von einem besonders glücklichen Durchlauf ab und Spieler haben auch nach dem Erlernen der grundlegenden Kampfmechaniken weiterhin klare Möglichkeiten, bevorzugte Charaktere weiterzuentwickeln.

Ein sinnvoller Einstieg in Abyssal Soul besteht darin, einen Build auf einer klaren Idee aufzubauen, statt jede interessant wirkende Karte einzusammeln. Das Spiel bietet empfohlene Builds, mit denen neue Spieler zunächst nachvollziehen können, welche Kombinationen sinnvoll zusammenarbeiten. Gerade durch die Opfermechanik ist dieser Ansatz hilfreich, denn jede zusätzliche Karte beeinflusst nicht nur, welche Karten gezogen werden können. Sie kann gleichzeitig Teil der Kosten einer anderen Aktion werden. Bei einer Belohnung sollte deshalb geprüft werden, ob die neue Karte das unterstützt, was der Charakter bereits zuverlässig kann. Führt sie stattdessen eine völlig neue Strategie ein, die erst durch mehrere weitere Belohnungen funktioniert, kann es sinnvoller sein, sie nicht in den Build aufzunehmen. Eine kleinere Auswahl gut aufeinander abgestimmter Karten lässt sich meist leichter in einer sinnvollen Reihenfolge einsetzen als eine Sammlung starker Einzeleffekte ohne gemeinsame Ausrichtung.
Auras, Runes und Amulets sollten dabei als Unterstützung des bestehenden Plans betrachtet werden und nicht als voneinander getrennte Ziele. Mit mehr als 170 Auras, 50 Runes und 85 Amulets ist es unrealistisch, jedes Ritual mit der Erwartung zu beginnen, exakt dieselbe Kombination zu erhalten. Zufällige Belohnungen gehören zum grundlegenden Roguelike-Prinzip, weshalb Anpassungsfähigkeit ein wichtiger Teil der Charakterentwicklung ist. Werden während eines Durchlaufs wiederholt Verbesserungen angeboten, die eine bereits vorhandene Stärke unterstützen, kann es sinnvoller sein, diese Richtung weiterzuverfolgen, statt auf einen bestimmten idealen Gegenstand zu warten. Dasselbe gilt für Kartenverbesserungen. Eine Fähigkeit zu stärken, die bereits gut in die Kartenfolge passt, kann den gesamten Build verbessern. Eine problematische Karte wird dagegen nicht automatisch nützlich, nur weil ihre Werte erhöht werden. Charakterentwicklung bedeutet deshalb weniger, einen universell perfekten Build zu verfolgen, sondern vielmehr zu erkennen, welche verfügbaren Belohnungen zum tatsächlich entstehenden Durchlauf passen.
Auch die Wahl der Route beeinflusst, wie schnell sich ein funktionierender Build entwickelt. Während eines Rituals wählen Spieler verschiedene Wege und sammeln Karten sowie andere Verbesserungen, bevor spätere Begegnungen erreicht werden. Der Abschnitt zwischen einzelnen Kämpfen ist damit ein Bestandteil des Fortschrittssystems und nicht nur eine optische Verbindung zwischen Gefechten. Wer einen Charakter noch kennenlernt, kann zunächst Routen bevorzugen, die genügend Möglichkeiten bieten, einen stabilen Build aufzubauen, bevor unnötig hohe Risiken eingegangen werden. Mit besserer permanenter Entwicklung lassen sich später auch schwierigere Wege zuverlässiger bewältigen. Die 14 Schwierigkeitsstufen unterstützen denselben schrittweisen Ansatz. Der Wechsel auf eine höhere Stufe ist besonders sinnvoll, wenn die aktuelle Schwierigkeit bereits regelmäßig gemeistert werden kann, denn zusätzliche Herausforderungen machen Schwächen sichtbar, die auf niedrigeren Stufen kaum aufgefallen sind. Fortschritt in Abyssal Soul wird deshalb nicht nur über Charakterwerte gemessen. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, hilfreiche Belohnungen zu erkennen, Karten sinnvoll anzuordnen und zu verstehen, was ein bestimmter Charakter während eines Rituals tatsächlich benötigt.
Der deutlichste Unterschied besteht darin, dass das Kampfsystem weder klassische Mobile-Action noch ein gewöhnliches rundenbasiertes System ist, bei dem meist die stärkste verfügbare Fähigkeit die offensichtliche Wahl darstellt. Durch die sequenzielle Opfermechanik besitzt jede Karte eine zweite Funktion: Sie kann entweder als gewünschte Aktion eingesetzt oder als Ressource geopfert werden, damit eine andere Aktion möglich wird. Dadurch entsteht taktischer Druck, ohne komplizierte Steuerung vorauszusetzen. Die gegnerischen Sequenzen sind sichtbar, die Züge unterliegen keinem strengen Zeitlimit und die grundlegende Interaktion besteht weiterhin darin, Karten auszuwählen und in der richtigen Reihenfolge einzusetzen. Die Herausforderung entsteht aus den Folgen einer Entscheidung und nicht aus ihrer Geschwindigkeit. Eine scheinbar harmlose Aktion zu Beginn einer Sequenz kann später eine wichtige Möglichkeit entfernen, während eine durchdachte Positionierung selbst gewöhnliche Karten zu sinnvoll einsetzbaren Ressourcen für stärkere Fähigkeiten macht. Dadurch entwickeln die Kämpfe einen eigenen Rhythmus, selbst für Spieler, die bereits viel Erfahrung mit anderen Roguelike-Deckbuildern gesammelt haben.
Auch das Charaktersystem unterscheidet Abyssal Soul von Mobile-RPGs, bei denen Fortschritt hauptsächlich darin besteht, einen allgemeinen Kampfwert immer weiter zu erhöhen. Dauerhafte Entwicklung spielt zwar eine wichtige Rolle, doch auch ein stärkerer Charakter benötigt während eines Rituals weiterhin ein funktionierendes Deck. Gleichzeitig wird der typische Roguelike-Neustart durch Charakterentwicklung, Kartenverbesserungen und die Memento-Vererbung abgeschwächt, sodass eine Niederlage nicht bedeutet, dass jede Form des Fortschritts verloren geht. Diese Kombination sorgt dafür, dass Unsicherheit erhalten bleibt, ohne einzelne Versuche vollständig voneinander zu trennen. Spieler entwickeln nach und nach eine stärkere permanente Grundlage und müssen dennoch in jedem Ritual mit unterschiedlichen Kartenbelohnungen und Routenentscheidungen umgehen. Damit entsteht ein sinnvoller Mittelweg zwischen einem RPG, in dem langfristige Weiterentwicklung erwartet wird, und einem Roguelike-Deckbuilder, in dem die Anpassung an wechselnde Belohnungen einen wesentlichen Teil der Herausforderung darstellt.
Im September 2026 ist Abyssal Soul für Android und iOS erhältlich und wird weiterhin mit neuen Inhalten erweitert. Die Veröffentlichung von Season 2 und der Dancer-Klasse kurz nach dem ursprünglichen Mobile-Release zeigt, dass Kampf- und Fortschrittssysteme bereits nach dem Start weiterentwickelt werden und nicht auf den ursprünglichen Charakterbestand beschränkt bleiben. Die wichtigste Idee des Spiels bleibt jedoch die Verbindung zwischen Kartenreihenfolge und Opfermechanik. Charaktere, Talentbäume, Amulets, Runes und permanente Verbesserungen haben einen spürbaren Einfluss, unterstützen letztlich aber die Entscheidungen, die während der rundenbasierten Gefechte getroffen werden. Umfangreiche Kenntnisse komplizierter Kartenspielbegriffe sind nicht erforderlich, um das grundlegende Prinzip zu verstehen: wichtige Karten bewahren, entbehrliche Karten gezielt opfern, geplante Aktionen des Gegners beobachten und den eigenen Build an den Stärken des gewählten Charakters ausrichten. Dieses Prinzip verbindet die verschiedenen Fortschrittssysteme miteinander, während der Charakterbestand und die saisonalen Inhalte weiter wachsen.
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